Fernwirksystem TR2




Systemaufbau

Das TR2-System ist ein modular aufgebautes Fernwirksystem in Flachbauweise für die Montage auf Normhutschiene.
Insgesamt stehen acht Steckplätze zur Verfügung, die mit I/O-Modulen aus einer großen Anzahl unterschiedlicher Typen
bestückt werden können. Daraus ergibt sich eine Gesamtanzahl von bis zu 128 Datenpunkten im Basisgerät. Durch Erhöhung
der Steckplatzanzahl mittels Modulträgern ist ein Maximalausbau auf bis zu 1023 Datenpunkte möglich.



Kommunikation

Durch den Einsatz modernster Bauteiltechnologie ist es gelungen, die Kommunikationseinheit in eine äußerst kompakte
Bauform zu bringen. Hierbei wurden jedoch keine Kompromisse bezüglich hoher Qualitätsanforderungen eingegangen.
Der modulare Aufbau ermöglicht die Verwendung einer Vielzahl von Übertragungswegen, wie z.B. WT-Übertragung, Funk,
oder Wählverbindungen (Festnetz, GSM) für serielle Protokolle, sowie Ethernet für das Normprotokoll IEC 60870-5-104.
Eine nachträgliche Umstellung des Übertragungsverfahrens ist mittels Modultausch jederzeit problemlos möglich.
Ein Höchstmaß an Kommunikationssicherheit und Interoperationalität mit Geräten anderer Hersteller garantiert der
Datenaustausch auf Basis folgender Fernwirkprotokolle:
  • IEC 60870-5-101 (serielle Kommunikation mittels WT-Kanal)
  • IEC 60870-5-104 (TCP/IP - basierend)
  • TG 065 / TG 800 (serielle Kommunikation mittels WT-Kanal)

Durch eine Vielzahl unterstützter Feldbusprotokolle (z.B. Profibus FMS/DP, Modbus RTU etc.) ist eine Integration in
bestehende Anlagen möglich, mit dem Ziel die dort vorhandenen Prozessdaten der fernwirktechnischen Verarbeitung
zugänglich zu machen.



Anschlusstechnik

Der Anschluss der I/O Ebene erfolgt über steckbare Schraub- oder Federkraftklemmblöcke, mit steckbarem Systemkabel oder
über Flachband auf Schraubklemmenadapter.
Signalzustände und Systeminformationen werden durch LEDs auf der Vorderseite des Gehäuses angezeigt.



Ein- und Ausgabemodule

Für die verschiedenen Ein- und Ausgangssignaltypen stehen eine Vielzahl unterschiedlichster Ein- und Ausgabemodule zur Verfügung.

  • digitale Eingänge:
    • Module mit 8 oder 16 Eingängen
    • für die Erfassung von Meldungen und Zählimpulsen
    • durch Optokoppler galvanisch getrennt
  • digitale Ausgänge:
    • Module mit 8 oder 16 Ausgängen zur Befehlsausgabe
    • wahlweise mit Transistor- oder Relaisausgängen
  • analoge Eingänge:
    • Module mit 4 oder 8 Eingängen
    • für die Erfassung von Messwerten mit einer Auflösung von 10 oder 12 Bit
    • galvanisch getrennt, Spannungen 0...10 V, Ströme von 0...20 mA und 4...20 mA
  • analoge Ausgänge:
    • Module mit 4 Ausgängen
    • für Vorgabewerte mit einer Auflösung von 8 oder 12 Bit
    • galvanisch getrennt, Spannungen von 0...10 V, Ströme von 0...20 mA und 4...20 mA.

Automatisierungsfunktion

Das TR2-System kann neben seiner Funktion als Fernwirkunterstation auch als vollwertige SPS eingesetzt werden.
Dadurch lassen sich Fernwirk- und Automatisierungsaufgaben bequem und kostengünstig in einem Gerät realisieren.
Zur Programmierung der SPS Funktionen steht ein modernes Entwicklungspaket zur Verfügung, welches die gängigen
Programmierkonzepte unterstützt (Funktionsplan, Kontaktplan, Anweisungsliste).



Parametrierung

Die Parametrierung des TR2-Systems erfolgt über ein komfortables Konfigurationsprogramm.
Zur Verbindung ist lediglich ein Ethernet- oder USB-Port am Arbeitsplatzrechner oder Laptop erforderlich. Dies ermöglicht
eine bequeme Handhabung vor Ort. Die Konfigurationsdaten werden in einem batteriegepufferten RAM-Speicher und zugleich
nullspannungssicher in einem optional erhältlichen Flashspeicher gesichert.



Umstellung des Fernwirkprotokolls

Da das verwendete Fernwirkprotokoll durch einen einfachen Tausch der Firmware geändert werden kann, ergeben sich große
Vorteile bei einem angestrebten Protokollwechsel von den propritären Protokollen TG 065 und TG 800 von Landis+Gyr hin zu
den genormten Protokollen IEC 60870-5-101 und IEC 60870-5-104. Vorhandene Stationen können dabei durch das TR2-System
schrittweise ersetzt werden, wobei das ursprüngliche Protokoll zunächst beibehalten wird. Ist der Austausch vollständig
abgeschlossen, kann anschließend die Komplettumstellung auf das entsprechende Normprotokoll erfolgen.